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Einbruchschutz

Einbruchschutz fürs Haus: Die Checkliste in der richtigen Reihenfolge

Einbrecher kommen zu 80 Prozent über Fenster und Terrassentür, nicht über die Haustür. Die Checkliste in der Reihenfolge, die wirklich hilft.

27. August 20267 Min. LesezeitVon Moebius × CPC Sicherheitstechnik
Terrasse und Gartenbereich eines Hauses

Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt seit Jahren dasselbe Bild: Die meisten Wohnungseinbrüche passieren tagsüber, an Werktagen, über leicht erreichbare Fenster und Terrassentüren. Fast die Hälfte der Versuche scheitert, meistens an mechanischen Sicherungen, die den Täter länger als drei Minuten aufhalten. Daraus folgt die Reihenfolge dieser Checkliste.

Schritt 1: Die Schwachstellen finden

Gehen Sie einmal um Ihr Haus und fragen Sie bei jedem Fenster und jeder Tür:

  • Ist es vom Boden, von einer Mülltonne, einem Carport oder einem Vorsprung aus erreichbar?
  • Ist es von der Straße oder von Nachbarn einsehbar, oder liegt es versteckt?
  • Wie ist es verriegelt? Standardfenster ohne Pilzkopfzapfen lassen sich mit einem Schraubendreher in Sekunden aufhebeln.
  • Steht es gekippt, wenn niemand da ist?

Die Trefferliste sind fast immer: Terrassentür, Kellerfenster, Fenster im Erdgeschoss zur Gartenseite, Nebeneingang der Garage.

Schritt 2: Mechanik zuerst

Eine Alarmanlage meldet den Einbruch. Mechanische Sicherungen verhindern ihn. Deshalb rät jede polizeiliche Beratungsstelle, mit der Mechanik anzufangen:

  • Fenster und Terrassentüren: Pilzkopfverriegelung nachrüsten oder aufschraubbare Fenstersicherungen (Widerstandsklasse RC 2). Abschließbare Griffe allein reichen nicht.
  • Kellerfenster: Gitter oder Aufschraubsicherungen, Lichtschachtabdeckungen sichern.
  • Haustür: Mehrfachverriegelung, Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung, Querriegel bei älteren Türen.
  • Rollläden: Hochschiebesicherung, damit sie nicht angehoben werden können.
  • Nebentüren: Garage und Keller sind oft die schwächsten Türen im Haus.

Diese Nachrüstungen kosten für ein Einfamilienhaus meist ab 1.500 Euro beim Schreiner oder Fensterbauer und sind die wirksamste Einzelmaßnahme.

Schritt 3: Anwesenheit simulieren

Einbrecher meiden bewohnte Häuser. Einfache Mittel:

  • Licht mit Zeitschaltung oder per Szenario, das abends in wechselnden Räumen angeht
  • Rollläden, die automatisch fahren, auch im Urlaub
  • Briefkasten leeren lassen, keine Urlaubsfotos in Echtzeit posten
  • Nachbarn informieren

Mit einer Ajax-Anlage laufen Licht und Rollläden über dieselbe App wie der Alarm, ohne zweites System.

Schritt 4: Die Alarmanlage

Jetzt, nicht vorher. Eine Alarmanlage ergänzt die Mechanik um drei Dinge: Sie alarmiert, sie verifiziert, und sie holt Hilfe.

  • Außenhaut überwachen: Öffnungskontakte an den Fenstern und Türen aus Schritt 1. Sie melden, sobald jemand hebelt, nicht erst, wenn er drin ist.
  • Innenraum absichern: Bewegungsmelder mit Kamera in Flur, Wohnzimmer und Treppenhaus, also dort, wo jeder Täter durch muss.
  • Außenbereich: Außenmelder mit Kamera an Fassade und Einfahrt, wenn das Grundstück nicht einsehbar ist.
  • Sirene außen: Laut, sichtbar, mit Blitz. Nachbarn schauen, Täter gehen.
  • Alarmweiterleitung: Push mit Foto aufs Handy, auf Wunsch Aufschaltung auf eine Leitstelle mit Interventionsdienst.

Für ein Einfamilienhaus rechnen Sie mit ab 2.500 Euro inklusive Montage. Details stehen in unserem Beitrag zu den Kosten einer Alarmanlage.

Schritt 5: Gewohnheiten

Die beste Technik scheitert an offenen Fenstern:

  • Fenster schließen, nicht kippen, wenn niemand da ist. Ein gekipptes Fenster ist für Versicherer ein offenes Fenster.
  • Anlage scharf schalten, immer. Geofencing und Nachtmodus helfen.
  • Schlüssel nie draußen verstecken. Einbrecher kennen alle Verstecke.
  • Wertsachen nicht im Schlafzimmer. Das ist der erste Raum, den Täter durchsuchen.

Schritt 6: Beratung nutzen

Die Polizei bietet kostenlose, herstellerneutrale Beratung zu Hause an. In Rheinland-Pfalz über die Beratungsstellen der Polizeipräsidien, in Baden-Württemberg über die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Mannheim und Heidelberg. Danach oder parallel: eine Begehung mit einem Fachbetrieb, der Mechanik und Alarmtechnik zusammen denkt.

Die Checkliste kompakt

  1. Schwachstellen finden: erreichbar, nicht einsehbar, schlecht verriegelt
  2. Fenster, Terrassentür, Keller mechanisch nachrüsten (RC 2)
  3. Haustür und Nebentüren sichern
  4. Anwesenheit simulieren: Licht, Rollläden, Nachbarn
  5. Alarmanlage mit Außenhaut- und Innenraumüberwachung, Außensirene, Alarmweiterleitung
  6. Gewohnheiten: schließen, scharf schalten, keine Schlüsselverstecke
  7. Polizeiliche Beratung und Begehung durch den Fachbetrieb

Wir übernehmen die Schritte 4 bis 7 und sagen Ihnen bei der Begehung ehrlich, welche mechanischen Maßnahmen Sie vorher beim Schreiner oder Fensterbauer beauftragen sollten.

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Geschrieben vonMoebius × CPC SicherheitstechnikTechniker und Planer von Moebius × CPC, Ajax Authorized Installation Company

Wir schreiben aus der Praxis: Was wir bei Begehungen sehen, was Kunden fragen und was sich nach der Montage bewährt hat.

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Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Wo steigen Einbrecher am häufigsten ein?

Über Fenster und Terrassentüren im Erdgeschoss, vor allem auf der Gartenseite und an nicht einsehbaren Stellen. Die Haustür spielt eine untergeordnete Rolle. Die meisten Einbrüche passieren tagsüber an Werktagen.

Was ist wichtiger: mechanische Sicherung oder Alarmanlage?

Erst die Mechanik, dann die Alarmanlage. Pilzkopfverriegelungen und Aufschraubsicherungen halten den Täter physisch auf, fast die Hälfte der Einbrüche scheitert daran. Die Alarmanlage ergänzt das um Alarmierung, Verifikation und Hilfe.

Was bedeutet RC 2 beim Einbruchschutz?

RC 2 ist die Widerstandsklasse nach DIN EN 1627, die die Polizei für Fenster und Türen in Privathäusern empfiehlt. Sie hält einem Gelegenheitstäter mit einfachen Werkzeugen mindestens drei Minuten stand.

Zahlt die Versicherung bei gekipptem Fenster?

Oft nicht oder nur gekürzt. Ein gekipptes Fenster gilt in vielen Hausratbedingungen als grob fahrlässig. Fenster sollten geschlossen sein, wenn niemand zu Hause ist.

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